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Ätiologie

Für die Entstehung von Hautkrebs spielt UV-Strahlung eine entscheidende Rolle. Diese trägt mit rund 9% zur gesamten von der Sonne abgestrahlten Energie bei.  Hautkrebs stellt den schwerwiegendsten Schaden dar, der durch UV-Strahlung induziert werden kann.  Die Inzidenz von Hauttumoren nimmt in den letzten Jahrzehnten in der weißen Bevölkerung weltweit stärker zu die anderer Krebsarten.

Die Ätiologie des Hautkrebses ist komplex. Allen Hautkrebsformen ist aber gemein, dass sie auf (UV-)induzierten Mutationen in Genen beruhen, die jene Proteine codieren, die für die DNA-Reparatur, Zellzyklus-Kontrolle und ihre verantwortlichen Signalübertragungs-Ketten oder die Zelldifferenzierung, Seneszenz bzw. epigenetische Regulation verantwortlich sind.

Für die Hautkrebsformen Basalzellkarzinom, Spinozelluläres Karzinom und Malignes Melanom sind ätiologische Aspekte im Folgenden kurz zusammengefasst. Nähere Informationen finden Sie auch im Begleitbuch des Fortbildungsprogramms Hautkrebs-Screening.

Basalzellkarzinom (BCC)

Das BCC stellt den häufigsten Hautkrebs dar. Er entwickelt sich hauptsächlich auf sog. „Sonnenterassen“ wie z. B. Nase oder Stirn (70 – 80%). Eine nicht zu  unterschätzende Zahl von BCCs tritt aber auch an sonnengeschützten Körperpartien auf. Man geht davon aus, dass auch intermittierende UV-Expositionen für das BCC (mit-)verantwortlich sind, wie Sonnenbrände in Kindheit und Jugend. Forschungsergebnisse weisen zudem auf eine bedeutende genetische Determinierung für die Entwicklung des BCCs hin.

Spinozelluläres Karzinom (SCC)

Das SCC ist nach bisherigen epidemiologischen Erhebungen der zweithäufigste Hautkrebs in Deutschland. Auch er tritt vorwiegend auf Sonnenterassen auf und wird mit der kumulativen UV-Exposition in Zusammenhang gebracht. Früh auftretende UV-spezifische Mutationen im p53-Gen in der Phase der Tumor-Initiation begünstigen die Entstehung einer präkanzerösen Vorstufe des SCCs, der aktinischen Keratose (AK).

Es wird angenommen, dass in der AK zunächst nur ein Allel des p53-Gens mutiert ist. Hierdurch wird die p53-abhängige Apoptose UV-geschädigter Zellen („sunburn cells“) eines Teils der Zellen verhindert. Da gleichzeitig benachbarte Zellen normale Apoptose zeigen, haben p53-mutierteZellen einen Selektionsvorteil und können klonal zur AK expandieren. Mutiert in diesen Zellen das zweite p53-Allel in der Phase der Tumorpromotion, ist die p35-abhängige Zellzyklus-Checkpoint-Funktion ausgeschaltet. Es kommt zum unkontrollierten Zellwachstum und durch Induktion weiterer (evtl. UV-bedingter) Mutationen in anderen Genen in der Phase der Tumorprogression zur Bildung invasiver Karzinome. 

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Malignes Melanom (MM)

Es gibt zahlreiche Hinweise, dass das maligne Melanom aufgrund intermittierender UV-Expositionen und schwerer Sonnenbrände in der Kindheit und Jugend auftritt.

MMs treten sehr häufig bei hellhäutigen Menschen mit roten oder blonden Haaren auf (Hauttyp I), die zu Sommersprossen-Bildung neigen, nicht bräunen und sehr leicht einen Sonnenbrand erleiden. Auf einen Zusammenhang zwischen dem Risiko, ein MM zu entwicklen, und spezifischen Mutationen im Melanocortin-1 Rezeptor wurde hingewiesen [Schaffner et a. 2001]. Dieser Rezeptor ist verantwortlich dafür, welcher Typ des Melanins in den Melanozyten nach UV-Exposition gebildet wird.

Es besteht die Hypothese, dass Menschen mit solchen Rezeptor-Mutationen nicht in der Lage sind, das photoprotektive Eumelanin zu bilden und dass sie stattdessen das photosensitivierende und potenziell mutagene Pheomelanin produzieren.

Für das MM gibt es starke Hinweise, dass es autosomal dominant vererbbar ist. Das MM wird bei diesen Personen häufig von multiplen anderen (Haut-)Tumoren begleitet.

Die Anzahl UV-induzierter Naevi ist ein bedeutender Risikofaktor für das MM. Allerdings entstehen MMe nicht nur aus Naevi. Eine Vielzahl entsteht de novo, Neavus-unabhängig. Dies legt die Vermutung nahe, dass für die Bildung des MM, auch wenn für seine Initiation UV-Strahlung unumstritten notwendig ist, unterschiedliche Reaktionswege verantwortlich sein könnten.

Unterschiedliche genetische Veränderungen können für die Bildung des MM verantwortlich gemacht werden. Allerdings scheint die Anzahl in früher Kindheit (0-6 Jahre) UV-induzierter Neavi ein bedeutender Risikofaktor für die Bildung Naevus-abhängiger und de novo MMe zu sein. 

Ein Zusammenhang zwischen UV-Exposition und Induktion MMe der Haut wird immer wieder angezweifelt, da MMe auch an Körperstellen auftreten, die in der Regel nicht UV-exponiert sind. Experimentelle Untersuchungen an Tiermodellen belegen aber eine kausale Rolle der UV-Strahlung bei der Melanomentstehung.

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