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15.09.2014

Hautkrebsfrüherkennung

„Informierte“ Entscheidung fördern

Früherkennungsmaßnahmen richten sich an mutmaßlich gesunde Bürgerinnen und Bürger. Neben Nutzen bergen sie auch Risiken, die für jeden Einzelnen von unterschiedlicher Bedeutung sind. Entscheidungen bezüglich der Teilnahme an entsprechenden Maßnahmen, wie dem Hautkrebs-Screening, sollten daher auf der bedarfsgerechten Information potenzieller Teilnehmer beruhen – also „informierte“ Entscheidungen darstellen. Oftmals ist die Beteiligung von Angehörigen der Gesundheitsberufe bei der Entscheidungsfindung sinnvoll. Die Entscheidung findet dann sowohl „informiert“ als auch „partizipativ“ statt.

Um die Problembereiche in der Krebsfrüherkennung und der Versorgung von Krebspatienten anzugehen, wurde im Jahr 2008 in Zusammenarbeit von Bundesministerium für Gesundheit, Deutscher Krebsgesellschaft, Deutscher Krebshilfe und Arbeitsgemeinschaft Deutscher Tumorzentren gemeinsam mit anderen wesentlichen Organisationen des deutschen Gesundheitswesens der Nationale Krebsplan (NKP) auf den Weg gebracht. Dieser stellt das Ziel einer informierten und partizipativen Entscheidungsfindung über das einer reinen Steigerung der Teilnahmerate an Krebsfrüherkennungsmaßnahmen.

Für jeden Menschen wiegen Risiken und Nutzen von Früherkennungsmaßnahmen aufgrund individueller Lebens- und Krankengeschichten oder persönlicher Wertvorstellungen unterschiedlich schwer. Wichtigste Voraussetzung für eine bewusste Entscheidung ist daher die wertfreie und verständliche Information, die die Autonomie des Einzelnen respektiert. Eine informierte und partizipative Entscheidung bei der Früherkennung beinhaltet, dass der angesprochene Bürger die Krankheit sowie die präventiven Maßnahmen mitsamt ihren Nutzen und Risiken versteht und entsprechend seiner eigenen Präferenzen und Einstellungen im gewünschten Umfang an der Entscheidung beteiligt ist.

Da Ärztinnen und Ärzte bei den Bürgerinnen und Bürgern besonderes Vertrauen genießen, können sie informierte und partizipative Entscheidungsfindungsprozesse unterstützen. Eine notwendige Voraussetzung dafür ist der Erwerb von entsprechenden Kompetenzen. Dazu gehören neben Kommunikationsfähigkeiten auch die Kompetenz, wissenschaftliche Ergebnisse in einer angemessenen Weise zu interpretieren und eigene Interessenskonflikte zu reflektieren.

Im Rahmen des NKP wurden zahlreiche Empfehlungen erarbeitet, um die informierte und partizipative Entscheidung in Deutschland weiter zu fördern. Diese beinhalten im Kern drei Voraussetzungen, die geschaffen werden sollen:
• Bereitstellung von Informationen auf Basis empirisch zusammengetragener und bewerteter wissenschaftlicher Erkenntnisse (Evidenzbasierung)
• Förderung der gesundheitlichen Kompetenzen (Health Literacy) bei
den Bürgerinnen und Bürgern, um ihnen den Umgang mit Gesundheitsinformationen zu erleichtern
• eine entsprechende Ausbildung von Ärzten und Medizinischen Fachangestellten, sodass sie ihre Rolle als Berater und "Entscheidungsunterstützer“ ausfüllen können.

Im Februar 2014 ist erstmals eine Leitlinie zur Prävention von Hautkrebs erschienen. Diese unterstützt Ärzte und Ärztinnen bei der Patientenaufklärung und setzt sich auf höchstem wissenschaftlichen Niveau mit Ursachenvermeidung und Früherkennung von Hautkrebs auseinander. Die Leitlinie steht zum kostenlosen Download zur Verfügung unter http://leitlinienprogrammonkologie.
de/Praevention-von-Hautkrebs.56.0.html.